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Vollenweider

Regie Theo Stich
CH 2004 – 77 Minuten
VISIONS DU REEL 2004
PRIX REGARDS SUR LE CRIME (Uni GE/jur. Fak. & 'ordre des avocats GE') - NYON 2004
Sarnen, 18. Oktober 1940, morgens um fünf vor zwei Uhr. Hans Vollenweider wird von zwei Polizisten begleitet in die Werkstatt der Strafanstalt geführt. Dort warten bereits zwei protestantische Pfarrer, zwei Kantonsbeamte, der Kantonsarzt und – für die Anwesenden nicht sichtbar – der Henker. Vollenweider wird mit der Guillotine hingerichtet. Er war der letzte Mensch, der nach zivilem Recht in der Schweiz zum Tod verurteilt wurde. Der Film folgt den Stationen des dreifachen Mörders, indem er neben Zeitzeugen vor allem Hans Vollenweider selbst zu Wort kommen lässt – über Aussagen, die er in Briefen und Verhören gemacht hat. Warum wird ein Mensch, den Schulkollegen als liebenswürdig und hilfsbereit in Erinnerung haben, zu einem skrupellosen Mörder? Und warum kommt es noch 1940 in Obwalden zu einer Hinrichtung? Verbrechen schockieren uns immer wieder und verlangen nach Bestrafung. Aber welche Strafe ist gerecht? Fragen, die nichts von ihrer Aktualität eingebüsst haben. Vor allem, seit eine Mehrheit von Schweizerinnen und Schweizern die lebenslange Verwahrung von gefährlichen und rückfallgefährdeten Verbrechern verlangt.
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